Gerade wenn wir unter Stress stehen oder Zeitnot haben, sind wir anfällig für Wahrnehmungsfehler z.B. bei der Einschätzung von Mitarbeitenden, hier nur mal zwei klassische Fehler:
Attributionsfehler: Verhaltensweisen werden eher mit der Persönlichkeit des Mitarbeitenden erklärt als mit der Situation. Interessanterweise erleben wir unser eigenes Verhalten meistens durch die Situation bestimmt.
Dazu ein kleines Beispiel: Wenn ein Mitarbeiter einen Auftrag beim Kunden nicht bekommt, dann liegt das in unseren Augen eben eher daran, dass der Mitarbeiter nicht kommunikationsstark genug ist und ihm das nötige Fachwissen fehlt. Wenn ich als Chef einen Auftrag nicht erhalte, liegt das in meinen Augen meisten am schwierigen Kunden.
Halo-Effekt (Überstrahl-Effekt): Positive Merkmale von Mitarbeitenden, wie Attraktivität oder gute kommunikative Fähigkeiten, spielen in der Einschätzung der Kompetenz oder des Erfolgs eines Mitarbeitenden eine unverhältnismäßig große Rolle. Das heißt: Wenn ein Mitarbeiter attraktiv und kommunikativ ist, erlebe ich ihn als kompetenter und erfolgreicher.
Insbesondere bei der Einstellung, Beförderung oder der Übergabe größerer Projekte, sollten Führungskräfte sich der Grenzen ihres Bauchgefühls bewusst sein und objektivierbare Kriterien zur Einschätzung von Mitarbeiterkompetenzen einbeziehen. Zum Beispiel in Form einer Fähigkeiten-Matrix und ein klar definiertes Kompetenzprofil für eine Stelle oder ein Projekt.
Wir haben ein Beispiel eines Projekt-Kompetenzenprofils vorbereitet:
Empfehlung vom rosaroten Elefanten: Auf unterhaltsame Art und Weise erläutert Prof. Dr. Uwe Kanning wo es Mythen und Wahrnehmungsfehler in der Personalauswahl gibt und wie die empirische psychologische Diagnostikforschung zu mehr Objektivität und Effizienz beitragen kann.
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