Von Christiane Freihold

Resilienter werden

Die Forschung um Resilienz will verstehen, was uns Menschen trotz widriger Bedingungen, trotz Bedrohungen und Schicksalsschlägen stabil und gesund hält. Und man konnte sieben Faktoren bestimmen, die dabei den Unterschied machen und uns helfen resilienter zu werden.

Anneliese Aschauer-Pischlöger und Dr. Peter Hofer vom Institut für Gesundheit und Entwicklung für Menschen und Organisationen in Linz haben zwischen 2020 und 2022 eine Resilienz-Studie während und nach der Corona-Pandemie durchgeführt und herausgefunden, dass Menschen mit einer hohen Ausprägung der folgenden Faktoren psychisch besser mit der Situation in der Pandemie klargekommen sind:

•    Optimismus
•    Gesunde Selbstfürsorge
•    Selbstwirksamkeit
•    Akzeptanz

•    Zukunftsorientierung
•    Lebenssinn
•    Selbstsicherheit

Darüber hinaus haben sie zwei Aspekte gefunden, die diese 7 Faktoren maßgeblich fördern: Beziehungen und Reflexionsfähigkeit.

4 Impulse zur Förderung der Selbstreflexion

•    Reflexions-Zeiten fest im Kalender einplanen – Wir wissen, dass die Termine mit sich selbst oft die geringste Priorität haben und daher oft verschoben werden.

Aus diesem Grund empfehlen wir vom rosaroten Elefanten, sich gewisse Zeitfenster für Reflexionsspaziergänge oder Treffen zu blocken.

•    Austausch mit Kollegen, externen Personen, Coaches – die Perspektive von außen hilft oft, das eigene Gedankenkarussell zu durchbrechen. Dabei gilt: je weniger jemand schon mit deinem Problem vertraut ist, desto besser. Sehr wichtig ist hierbei, wenn ungewöhnliche Einschätzungen oder Empfehlungen kommen, nicht gleich zu denken: „Ach, der oder die versteht mich nicht“, sondern das Gesagte offen anzunehmen und den neuen Impuls dankbar aufzunehmen, auch wenn es manchmal etwas Zeit braucht, bis man versteht, welche Lösungsmöglichkeit sich dadurch neu ergibt.

•    Reduktion von Informationen – wer immer mit Informationen zugedröhnt wird, dem fehlt die Stille und die Ruhe, um zu reflektieren – daher nehmt euch ab und zu selbst heraus aus den Push-Nachrichten und der ständigen Erreichbarkeit. Besonders spannend finden wir in diesem Zusammenhang die Offline-Gesetze in Frankreich, Belgien und Italien: So dürfen beispielsweise französische Arbeitnehmer nicht während ihrer Freizeit mit beruflichen Online-Nachrichten und Mails behelligt werden.

•    Metaproblemlöser werden – Wann immer wir feststellen, dass wir die gleichen Probleme immer wieder bearbeiten, sollten wir zum Metaproblemlöser werden und überlegen, was dieses Thema ein für alle Mal beseitigt. Der Streitpunkt, wer in der Mitarbeiterküche die Spülmaschine ausräumt, kann zum Beispiel durch einen Plan gelöst werden. Aber dazu muss man sich einmal die Zeit nehmen, sich zusammenzusetzen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. 

Beziehungsgestaltung:
Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialer Unterstützung/ Beziehung und der Gesundheit von Menschen. Daher ist es ein entscheidender Schutzfaktor gegen psychische und physische Erkrankungen, wenn wir sozial eingebunden sind. Häufig empfinden wir aber die sozialen Kontakte, insbesondere in stressigen Phasen unseres Lebens, als „zu viel“. So neigen wir dazu, eher einen privaten Termin abzusagen oder zumindest zu verschieben als einen beruflichen und sägen dabei am Ast unserer psychischen und physischen Gesundheit. 

Foto: pixabay

Psycho-Hacks vom rosaroten Elefanten

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Christiane Freihold
Als Psychologin (Diplom) und systemische Beraterin mit Linien- und Beratungserfahrung in mittelständischen Unternehmen, Konzernen und Behörden möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass wir beruflich und privat neugierig aufeinander bleiben, uns gegenseitig besser verstehen, auf Bedürfnisse des Gegenübers angemessener reagieren und die Welt ein Stück fröhlicher und lebenswerter machen.

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