Effektive Metaproblemlösung
Von Christiane Freihold

Effektive Metaproblemlösung

Ein Bereich, in dem Fehler mitunter katastrophale Konsequenzen haben, ist die Luftfahrt. Hinzu kommt, dass die Pilotin selbst mit im Flugzeug sitzt und somit im Extremfall einen Fehler mit ihrem eigenen Leben bezahlt. Daher hat die Luftfahrt früher als andere Branchen Konzepte für den Umgang mit Fehlern entwickelt: CRM ist ein Paradebeispiel für effektive Metaproblemlösung. Es zielt darauf ab, Teamarbeit und Kommunikation in komplexen Arbeitsumgebungen zu verbessern.

Die Schulungsinhalte umfassen Themen wie:

  • Situationsbewusstsein
  • Entscheidungsfindung
  • effektive Kommunikation
  • Teamdynamik
  • Konfliktmanagement
  • Stressbewältigung

Ziel ist es, Crewmitglieder zu befähigen, optimal zusammenzuarbeiten, Risiken zu minimieren und sicherere Arbeitsabläufe zu gewährleisten, um ein Metaproblem effektiv zu lösen. Seit vielen Jahrzehnten ist das CRM-Training für alle Flugzeugbesatzungen im militärischen und gewerblichen Bereich obligatorisch und hat entscheidend zur Sicherheit beigetragen. Teilweise durch unorthodoxe Lösungen: Etwa, indem Mitarbeitende dazu aufgefordert werden, ihre Vorgesetzten zu kritisieren, oder indem in stressigen Situationen klare Prioritäten definiert und andere weniger dringende Themen bewusst vernachlässigt werden.

Heutzutage wird dieses Konzept auch auf andere sicherheitsrelevante Berufe wie Krankenhäuser und Rettungsdienste ausgeweitet, um die Effizienz und Sicherheit weiter zu verbessern.
Was heißt das für uns? Gehen wir auf die Suche nach Problemmustern und werden zu Metaproblemlösern in unserem Leben.

Leitfaden mit 10 Schritten zur effektiven Metaproblemlösung:

  1. Zeit nehmen und einen anregenden Ort finden: Suche dir einen Ort, an dem du dich wohl fühlst und frei von Ablenkungen bist. Mach es dir gemütlich, um in einer entspannten Umgebung zu arbeiten.
  2. Problem identifizieren: Schreibe das Problem auf oder spreche darüber. Beschreibe ausführlich, was das Problem ist, wann es auftritt, welche Auswirkungen es hat und welche Emotionen es in dir auslöst. Nimm dir mindestens eine halbe DIN A4-Seite Zeit oder sprich mindestens 3 Minuten darüber.
  3. Datensammlung überprüfen: Lies noch einmal, was du geschrieben hast, oder höre dir an, was du gesagt hast. Stelle sicher, dass alle Aspekte des Problems erfasst sind. Überlege, ob du noch weitere Informationen benötigst, z.B. durch Befragung anderer Personen oder durch Recherche.
  4. Zielzustand beschreiben: Stelle dir vor, wie es wäre, wenn das Problem nicht mehr vorhanden wäre. Beschreibe ausführlich, wie sich das Leben ohne das Problem anfühlen würde und wie du merken würdest, dass das Problem gelöst ist. Nimm dir wieder mindestens eine halbe DIN A4-Seite Zeit oder sprich mindestens 3 Minuten darüber.
  5. 15 Minuten Latenzzeit: Gönn dir eine Pause von 15 Minuten, in der du bewusst etwas anderes machst. Spiele ein Instrument, höre Musik, mache Gartenarbeit, Hausarbeit, Yoga oder etwas anderes, das dir Freude bereitet und dich entspannt.
  6. Lösungsbrainstorming: Schreibe auf Post-its alle Lösungen auf, die dir einfallen, auch die absurden und unrealistischen. Stoppe erst, wenn du mindestens 15 bis 20 Lösungen hast.
  7. Auswahl der geeigneten Lösungsstrategie: Überlege dir, welche der brainstormten Lösungen am besten geeignet ist, um dein Problem zu lösen.
  8. Planung der Problemlösung: Plane, was du für die Umsetzung der Lösung benötigst, wann du damit starten möchtest und mit wem du darüber sprechen möchtest.
  9. Überprüfung des Lösungsfortschritts: Setze einen Zeitpunkt fest, zu dem du überprüfen wirst, ob das Problem gelöst ist. Überlege, was ein realistischer Zeitrahmen dafür ist und trage diesen Zeitpunkt in deinen Kalender ein.
  10. Umsetzung der Lösung: Starte mit der Umsetzung der ausgewählten Lösungsstrategie und bleibe dran, bis das Problem gelöst ist.

Viel Erfolg!

Hier findet Ihr einen weiteren interessanten Artikel zum Thema: „Über das Scheitern zum Erfolg

Foto von: pixabay

Psycho-Hacks vom rosaroten Elefanten

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Christiane Freihold
Christiane Freihold
Als Psychologin (Diplom) und systemische Beraterin mit Linien- und Beratungserfahrung in mittelständischen Unternehmen, Konzernen und Behörden möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass wir beruflich und privat neugierig aufeinander bleiben, uns gegenseitig besser verstehen, auf Bedürfnisse des Gegenübers angemessener reagieren und die Welt ein Stück fröhlicher und lebenswerter machen.

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