Von Christiane Freihold

Psychosoziale Risiken im KI-Zeitalter

Neben allen Chancen entstehen konkrete psychosoziale Risiken im KI-Zeitalter, die von der Sorge um die eigene Existenz bis hin zur ständigen Erreichbarkeit reichen. Um diesen Wandel gesund und tragfähig zu gestalten, lohnt sich ein Blick auf die vier größten Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag:

1. Jobunsicherheit – „Wird meine Arbeit bald noch gebraucht?“

Die Sorge, durch KI beruflich an Bedeutung zu verlieren, kann belasten. Eine Studie mit 400 Ärzten zeigt: KI-bezogene Komplexität und Überlastung sowie insbesondere die wahrgenommene Bedrohung des eigenen beruflichen Selbstwerts waren mit höherer Jobunsicherheit verbunden; diese wiederum ging mit geringerer Arbeitszufriedenheit einher (Liu, Lin & Ko, 2026).

2. Technostress – „Ich muss da jetzt auch noch mithalten.“

Neue Tools, Funktionen und Prompts erzeugen das Gefühl, ständig dazulernen zu müssen. Eine Drei-Wellen-Studie mit 600 Beschäftigten verbindet KI-bedingten Technostress mit Erschöpfung, Work-Family-Konflikten und geringerer Arbeitszufriedenheit – trotz möglicher Produktivitätsgewinne (Chuang, Chiang & Lin, 2025).

3. Arbeitsverdichtung – „Wenn es schneller geht, schaffen wir eben mehr.“

KI kann Zeit sparen – doch wird diese unmittelbar mit zusätzlichen Aufgaben gefüllt, entsteht keine Entlastung. Die Internationale Arbeitsorganisation warnt vor Arbeitsintensivierung als einem möglichen psychosozialen Risiko des KI-Einsatzes (ILO, 2026). 

4. Kontrollverlust – „Der Algorithmus sagt, was ich tun soll.“

Wenn KI Arbeit nicht nur unterstützt, sondern zunehmend steuert und überwacht, können Autonomie und Transparenz abnehmen und psychosoziale Belastungen entstehen. Aktuelle Analysen von OECD und ILO verweisen insbesondere auf Risiken durch algorithmisches Management, Überwachung, Arbeitsintensivierung und Autonomieverlust (OECD, 2025; ILO, 2026).

Aktuelle Übersichtsarbeiten vom Sommer 2026 zeigen zu den psychischen Auswirkungen von KI ein ambivalentes Bild: KI kann entlasten, gleichzeitig erzeugt sie aber auch neue psychische Belastungen. Für diejenigen unter euch, die tiefer einsteigen wollen, teile ich hier zwei interessante Studien:

Frontiersin und Springer

In diesem Montag beschäftigen wir uns mit dem Thema „Wenn KI Zeit spart – warum haben wir dann trotzdem so viel zu tun?“. Unser erster Artikel zeigt, wie KI zur Entlastung werden kann.

Foto: Pexels

Psycho-Hacks vom rosaroten Elefanten

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Christiane Freihold
Als Psychologin (Diplom) und systemische Beraterin mit Linien- und Beratungserfahrung in mittelständischen Unternehmen, Konzernen und Behörden möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass wir beruflich und privat neugierig aufeinander bleiben, uns gegenseitig besser verstehen, auf Bedürfnisse des Gegenübers angemessener reagieren und die Welt ein Stück fröhlicher und lebenswerter machen.

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